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ÜBER DIE PRODUKTION

PRODUKTIONEN > EIN ABEND MIT WILHELM BUSCH

Ein Abend mit Wilhelm Busch

Mit 21 Jahren entschied sich Wilhelm Busch, Künstler zu werden und geriet zwischen die Fronten seiner Zeit: Zwischen Industrialisierung und Realismus, Genremalerei und christlichem Kunstkitsch hielt Busch den Menschen seiner Zeit kleine Spiegel vor – ohne zu wissen, dass seine Figuren den Grundstein einer neuen Kunst bilden sollten. Doch wer ist der Mensch hinter den Figuren? Kennen Sie Wilhelm Busch, einen Mensch, der hinter einer Kunst zurückblieb, die aus der Not geboren war?

Das ‚Literarische Theater’ zeigt mit der Produktion EIN ABEND MIT ... WILHELM BUSCH ein biographisches Schauspiel über das Leben und Wirken Wilhelm Buschs, der, obwohl weltweit zum Kanon der Literatur und Kunst gehörend, als Mensch wenig Beachtung fand.

Ein Schauspiel wie die Werke selbst – nachdenklich, witzig und skurril.

ÜBER DAS THEMA:

Das Leben und Wirken Buschs ist im hohen Maße sozial-historisch interessant und relevant. Das Thema setzt sich mit Gesellschaft und Literatur auseinander. Zudem sorgen seine satirischen Verse für einen hohen Grad an Unterhaltung. Daher bietet sich der Stoff "Wilhelm Busch" für eine Auseinandersetzung auf der Bühne geradezu an.

Im Todesjahr Goethes 1832 geboren, durchlebt Busch sowohl die Aufstände 1848 wie auch die Epoche des literarischen Realismus und Naturalismus. Er erlebt die Zeit des Biedermeiertums als Kind, wird durch sein unmittelbares Umfeld, beispielsweise seinen Onkel Kleine, bei dem er aufwächst, beeinflusst.
Mit 16 Jahren liest er die philosophischen Werke Kants, später Schopenhauer und Nietzsche. Währenddessen breitet sich die Industrialisierung in deutschen Landen enorm aus. Neue Arbeiterschichten entstehen, und Wilhelm Busch beobachtet das Verhalten der Menschen genau.
Als er 1851 sein polytechnisches Studium in Hannover abbricht, um Künstler zu werden, stellen sich die Weichen für sein Wirken als Karikaturist. Enttäuscht von den Lehren an der Kunstakademie in Düsseldorf geht Busch nach Antwerpen und trifft zum ersten Mal auf die Originale großer Maler wie Hals, Rembrandt und Van Gogh. Voll Demut, niemals entsprechende Kunst hervorbringen zu können, kehrt er zurück zu seiner Familie, die ihn zwar aufnimmt, aber wenig Verständnis aufbringt. Dort auf dem Lande beginnt Busch jedoch, Märchen und Sagen der Deutschen zu sammeln und festzuhalten. 1854 geht er nach langer Krankheit nach München, um seine Kunststudien wieder aufzunehmen, wird aber auch hier enttäuscht. Seine Bilder und Gemälde, der Zeit einfach voraus, werden nicht anerkannt. Hingegen finden seine Karikaturen bei dem Künstlerverein "Jung-München" großen Anklang. Nachdem Buschs Vater ihm schließlich die finanzielle Zuwendung streicht, beginnt Busch mit der Verbreitung seiner Karikaturen in Flugschriften und anderen Medien der Zeit seinen Unterhalt zu verdienen. Dadurch wird er zum Begründer einer völlig neuen Kunstform, die ihre Ausformung im heutigen Cartoon und Comic gefunden hat. Zudem beginnt für Busch ein Zeit voller Höhen und Tiefen: Berühmt durch seinen "Max und Moritz", an dem er für relativ wenig Geld alle Rechte einem Verleger überlassen hat, steht er lange Zeit nicht mittellos, allerdings auch seinem Bekanntheitsgrad relativ arm gegenüber. Seine Werke werden in mehr Sprachen übersetzt werden als die Bibel, und bis heute finden sich in den meisten Haushalten Werke von Busch wieder.
Nach einigen ausschweifenden Jahren in München kehrt Busch jedoch trotz Erfolges dem städtischen Leben den Rücken und kehrt zurück aufs norddeutsche Land: 1881 wird der letzte Aufenthalt Buschs in München sein. Danach zieht er sich ganz zurück in der Pfarrhaus seiner Schwester. Nie verheiratet, trotz Angeboten, übernimmt Busch nach dem Tod seines Schwagers die Pflichten der Erziehung seiner Neffen.
Bis zu seinem Tod 1907 wird er Geschichten schreiben. Aber er verfasst vielmehr noch Gedichte und malt über 2000 Ölgemälde, die zu seinen Lebzeiten nie öffentlich ausgestellt werden.

EIN ABEND MIT WILHELM BUSCH wurde als Soloprogramm konzipiert und verfasst. Der Schauspieler Karsten Spitzer erzählt auf unterhaltsame und berührende Weise biographisch Wissenswertes aus Buschs Leben, während er in die Rollen der Werke und ihre Entstehung hineinschlüpft, Auszüge aus Briefen und Tagebucheinträgen, Gedichte und Geschichten auf der Bühne nachspielt und dem Zuschauer dadurch einen spannenden, nachdenklichen und dennoch fröhlichen Abend bereitet.

Premiere (UA): November 2007, Kommunales Kontaktteater Stuttgart KKT eV.

Buch und Regie: Naemi Zoe Keuler
Wilhelm Busch: Karsten Spitzer


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